Verständigung bei mehrsprachigen Sitzungen der EU-Institutionen
Rechtsgrundlagen, Normen und Berufsethik Gebärdenkonferenzdolmetschen
Was ist Konferenzdolmetschen?
Der Internationale Verband der Konferenzdolmetscher (AIIC) definiert Dolmetschen als die mündliche Übertragung gesprochener Texte von einer Sprache in eine andere, in der Regel für Zuhörende, die sonst nichts verstehen würden. Konferenzdolmetschen kommt in mehrsprachigen Sitzungen von Vertreter*innen nationaler Regierungen, internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen zum Einsatz.
Bei der Europäischen Kommission können Konferenzdolmetscher*innen in Festanstellung oder freiberuflich arbeiten. Sie können für die Kommission, den Ministerrat, den Europäischen Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, den Ausschuss der Regionen und verschiedene EU-Agenturen tätig sein. Auch wenn die meisten Sitzungen in Brüssel stattfinden, gibt es etliche Einsätze, bei denen Minister*innen oder Beamt*innen zu Sitzungen in andere Länder begleitet werden.

Dolmetschfähigkeiten
Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind für das Dolmetschen erforderlich? Dolmetscher*innen müssen absolut sattelfest in ihrer Muttersprache sein und mindestens zwei oder drei weitere Sprachen beherrschen. Darüber hinaus brauchen sie eine rasche Auffassungsgabe und Kommunikationsgeschick. Sie sollten auch Resilienz mitbringen, mit Druck und Stress umgehen können, digitale Instrumente, darunter KI, kompetent einsetzen und stets neugierig bleiben, denn Dolmetscher*innen können bei Sitzungen zu jedem beliebigen Thema eingesetzt werden.
In verschiedenen Videos der GD Dolmetschen wird erklärt, was Dolmetschen eigentlich ist, und was Sie brauchen, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein.
In den EU-Institutionen werden im Wesentlichen zwei Arten des Dolmetschen praktiziert:
- Konsekutivdolmetschen wird in der Regel für kleinere Versammlungen genutzt. Ein*e Dolmetscher*in verfolgt Redebeiträge, macht dabei Notizen und gibt dann den Inhalt wieder.
- Simultandolmetschen erfolgt in Echtzeit, wobei die Dolmetscher*innen in Kabinen sitzen.
Simultandolmetschen ist die häufigste Art des Dolmetschens.

Manche EU-Institutionen übertragen Sitzungen auch per Livestream, sodass Sie Dolmetscher*innen in Aktion erleben können:
Wie wird man Konferenzdolmetscher*in?
Für den Erfolg im Dolmetschen sind bestimmte Fähigkeiten und Qualitäten unabdingbar. Sie werden in zahlreichen Postgraduiertenkursen für Konferenzdolmetschen an Universitäten in der EU und darüber hinaus vermittelt.
Die Europäische Kommission und das Europäische Parlament arbeiten eng mit dem Konsortium Europäischer Master „Konferenzdolmetschen“ zusammen. Hier sind jene Postgraduiertenprogramme für Konferenzdolmetschen vertreten, die bestimmten Standards entsprechen.
Arbeiten für die EU
Hier erfahren Sie mehr über die Arbeit als Dolmetscher*in für die EU-Institutionen, ob freiberuflich oder in Festanstellung.