Teledolmetschen und künstliche Intelligenz
Forschungsprojekt an der Universität Gent zu KI-Tools in der Kabine und deren Einfluss auf die kognitive Belastung
2024 nahmen 12 Dolmetschende der GD Dolmetschen an einer Studie teil, bei der untersucht wurde, inwieweit KI-basierte Hilfsmittel Dolmetschende in der Kabine beeinflussen und wie hoch die kognitive Belastung von Dolmetschenden ist, wenn sie mit und ohne diese Tools arbeiten.
SmarTerp
SmarTerp integriert die maschinelle Unterstützung in das Dolmetschen und bietet eine KI-gestützte Lösung für das Telesimultandolmetschen (Remote Simultaneous Interpreting, RSI). Dolmetschende erhalten so Hilfe beim Simultandolmetschen und können gleichzeitig den terminologischen Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden Rechnung tragen.
Automatische Spracherkennung (ASR – Automatic Speech Recognition)
Das von der GD Dolmetschen kofinanzierte Forschungsprojekt ASR lief von September 2020 bis August 2021. Es wurde von der GD Dolmetschen, der Universität Gent und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt und befasste sich mit dem potenziellen Nutzen sowie der Zweckmäßigkeit von automatischer Spracherkennungstechnologie in der Kabine. Die automatische Spracherkennung könnte die Arbeit von Dolmetschenden in der Kabine erleichtern, da das System Informationen aus der Audioaufnahme des Redenden extrahiert und Zahlen, Namen und Fachbegriffe anzeigt.
Videodolmetschen
AVIDICUS – Bewertung des Videodolmetschens vor Gericht
AVIDICUS ist ein in drei Phasen durchgeführtes Projekt, mit dem die Zuverlässigkeit und die Qualität des Videodolmetschens vor Gericht bewertet wurden, um die Zusammenarbeit der Strafbehörden in ganz Europa zu verbessern. AVIDICUS bietet auch einschlägige Schulungen für Dolmetschende und Angehörige der Rechtsberufe.
SHIFT – SHaping the Interpreters of the Future and of Today
SHIFT war ein auf drei Jahre angelegtes Projekt im Rahmen von Erasmus+, das 2015 von der EU-Kommission finanziert wurde. Ziel des Projekts war es, ein umfassendes Konzept für die Ausbildung im Teledolmetschen an Hochschulen und im Bereich des lebenslangen Lernens zu entwickeln. Erreicht wurde dies durch die Zusammenarbeit zwischen Dolmetschenden und einem europäischen Netz von Hochschulen, die ein Dolmetschstudium anbieten.
Dolmetschen in der virtuellen Realität
IVY – Dolmetschen in der virtuellen Realität
Bei IVY kamen virtuelle 3D-Bilder zum Einsatz.
EVIVA – Bewertung der Ausbildung von Dolmetschenden und ihrer Kunden in Form virtueller Lernaktivitäten
EVIVA hat das Ausbildungspotenzial bewertet, das drei Arten von virtuellen Lernumgebungen (virtuelle 3D-Welten, Videokonferenzen und videogestütztes Arbeiten) Dolmetschenden und ihren Kundinnen und Kunden in Zukunft bieten können.
Behörden-, humanitäres und Gerichtsdolmetschen
Mit finanzieller Unterstützung der GD Dolmetschen hat die Universitat Autònoma de Barcelona eine Videoreihe zum Behördendolmetschen erstellt: Public Service Interpreting and the Challenges of the New Millennium.
Das Videoprojekt zielte darauf ab, die Arbeit und die Ausbildung von professionellen Dolmetschenden in europäischen Behörden zu fördern und zu verbessern. Konkret ging es um Folgendes:
- Entwicklung frei zugänglicher audiovisueller Materialien für Ausbildende und Studierende im Bereich Behördendolmetschen sowie für ein allgemeines Publikum
- mehr Wertschätzung für die Arbeit der Behördendolmetschenden in der EU und Verdeutlichung des Stellenwerts entsprechender Lehrgänge
- Konferenzdolmetschenden das Behördendolmetschen als zusätzliche Art des Dolmetschens, als Tätigkeitsbereich und als Kommunikationskontext näherbringen
Zur Video-Reihe
ImPLI – Improving Police and Legal Interpreting
Bei ImPLI handelte es sich um eine vergleichende Studie über gedolmetschte Befragungspraktiken (insbesondere bei der Polizei) in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Schottland und Tschechien. Mit dem Projekt wurden zwei Ziele verfolgt:
- Anregung oder Ausweitung von Diskussionen unter Fachleuten
- Austausch von Informationen und bewährten Verfahren zwischen den ImPLI-Partnern
CO-Minor-IN/QUEST
Bei diesem Projekt standen schutzbedürftige Opfer, Verdächtige und Zeuginnen und Zeugen unter 18 Jahren sowie die Frage, wie diese die nötigen Informationen, Unterstützung und Schutz erhalten können, im Mittelpunkt. Das Projekt führte zu wertvollen Forschungsergebnissen und zu Handreichungen für Dolmetschende, damit sie ihren jungen Kundinnen und Kunden bestmöglich zur Seite stehen können.
CO-Minor-IN/QUEST I – Projektseite der KU Leuven
CO-Minor-IN/QUEST II – Projektseite der KU Leuven
CO-Minor-IN/QUEST – Kinder und Justiz: Sprachbarrieren überwinden
CO-Minor-IN/QUEST – Empfehlungen
CO-Minor-IN/QUEST – Handbuch für Ausbildende
SOS-VICS – Speak Out for Support
Dieses Pilotprojekt wurde aus dem EU-Strafjustizprogramm sowie von Partnerhochschulen kofinanziert. Angestrebt wurde eine gezielte Vorbereitung von Dolmetschenden, die mit Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt arbeiten.
JUSTISIGNS – Gebärdensprachdolmetschen im juristischen Kontext
Die begrenzte Anerkennung von Gebärdensprachen hindert gehörlose und hörbehinderte Menschen oft am Zugang zu Informationen in allen Phasen eines Gerichtsverfahrens. Schwerpunkte von JUSTISIGNS waren die Festlegung von Kompetenzen fürs Gebärdendolmetschen vor Gericht sowie die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten und angehenden Gebärdendolmetschenden.
ReACTMe – Forschung, Aktion und Ausbildung im Medizindolmetschen
An ReACTMe beteiligten sich sechs Einrichtungen aus Rumänien (Universität Babeş-Bolyai und Universität Iuliu Haţieganu für Medizin und Pharmazie), Italien (Universität Bologna und Universität für internationale Studien Rom) und Spanien (Universität San Jorge und Universität Murcia).
Das Projekt hatte zum Ziel, Instrumente für die Ausbildung von Medizindolmetschenden, Ausbildenden und Lernenden aus der Hochschulbildung bereitzustellen. Zudem sollte ein außerschulisches Modul entworfen werden.
ReTrans
Das Erasmus+-Projekt ReTrans zielte darauf ab, das Bewusstsein für das Dolmetschen in humanitären und grenzüberschreitenden Migrationssituationen zu schärfen und die Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten der Sprachmediation in Transit-Zonen für Flüchtlinge zu lenken. Hierzu wurde Dolmetsch-Studierenden und -Lehrkräften leicht nutzbares didaktisches Material an die Hand gegeben.
In vier Arbeitsmodulen skizzierten Projektpartner aus vier verschiedenen Ländern entlang der europäischen Migrationsrouten den Bedarf der in Transit-Zonen tätigen Menschen und führten Studierenden und Lehrkräften nicht nur die Problematik der Mediation in solchen Situationen, sondern auch die eines angemessenen sprachlichen Angebots für alle Beteiligten vor Augen. ReTrans hat Dolmetschenden, institutionellen Vertreterinnen und Vertretern sowie Flüchtlingen Gehör verschafft und den Austausch zwischen Akteuren vor Ort und Hochschulen gefördert.
Gebärdendolmetschen
SignAll
Das System SignAll übersetzt Gebärdensprache direkt – dies hilft nicht nur gehörlosen und hörbehinderten Menschen, sondern vermittelt auch Menschen mit Hörvermögen Kenntnisse in Gebärdensprachen.
SiMAX – der Avatar für Gebärdensprache
EU-finanzierte Forschende haben einen Avatar entwickelt, der Gehörlosen den Zugang zu digitalen Inhalten und öffentlichen Informationen erleichtern soll.
EASIER
EASIER ist ein Horizont-2020-Projekt, das darauf abzielte, ein vollständiges mehrsprachiges maschinelles Übersetzungssystem zu entwerfen, zu entwickeln und zu validieren. Das System soll als Rahmen für eine barrierefreie Kommunikation zwischen gehörlosen und hörenden Personen dienen.
SignON – mobile Anwendung für Gebärdensprachübersetzung und Rahmen für offene Kommunikation
SignON überwindet die Sprachbarriere zwischen gehörlosen Gebärdensprachnutzenden, Hörgeschädigten und Hörenden, indem es die Kommunikationslücke zwischen Laut- und Gebärdensprache schließt.